Neuigkeiten der Krebs Unternehmensgruppe

Wiederansiedlung des Europäischen Edelkrebses

ein Projekt der Krebs Korrosionsschutz GmbH

Der Europäische Edelkrebs (Astacusastacus) ist in Deutschland und in weiten Teilen Europas durch die Ausbreitung der Krebspest ab 1870 fast vollständig verschwunden und gehört zu den vom Aussterben bedrohten Arten (Rote Liste).

Weite Teile seines Lebensraumes wurden inzwischen durch künstlich eingeschleppte amerikanische Flusskrebse eingenommen, die gegen den vorhandenen Pesterreger resistent sind und zusätzlich zur Verbreitung dieser Krebskrankheit beitragen.

In freier Natur gibt es nur noch wenige Reliktpopulationen des Edelkrebses, die sich meist in kleineren isolierten Gewässern befinden. Aufgrund der damit verbundenen massiven Gefährdung der letzten vorhandenen Bestände, verstärken sich europaweit die Bemühungen zum Schutz dieser Art. So ist z.B. der Fang von Edelkrebsen in natürlichen Gewässern ganzjährig verboten. Zum Erhalt dieser noch vorhandenen aquatischen genetischen Ressource wurde begonnen, die künstliche Nachzucht in speziellen Aquakulturanlagen (meist Teichen) voranzutreiben. Deshalb stammen alle in Deutschland gehandelten Edelkrebse aus wenigenAquakulturbetrieben wie dem Krebsgarten Basthorst.

Als Bestandteil eines Kooperationsvertrages mit dem Krebsgarten Basthorst wurde am 3.11.2018 ein geeignetes Naturgewässer (3 ha) im Landkreis Ludwigslust-Parchim für eine Wiederansiedlung ausgewählt. Das Gewässer verfügt über ca. 560m bewaldete Uferlinie. Es wird durch eigene Quellen gespeist und ist bis zu 4m tief. Ein Ablaufwehr wurde mit einem Auskletterschutz versehen, so dass Krebse nicht in den unterirdisch verlaufenen Abfluss gelangen können. Das Gewässer verfügt über eine gute Boden- und Uferstruktur mit vielen natürlichen Unterständen (Verstecken) – die am meisten verbreiteten Fischarten sind Schleie und Hecht. Aale, die zu den Fressfeinden gehören kommen nur vereinzelt vor und werden nicht in diesen See besetzt.

Die Edelkrebse leben zumeist in Kolonien an den Uferzonen und sind ein wichtiges Glied im Artenspektrum – als Allesfresser ernähren sie sich von Pflanzen, Blättern, Wasserinsekten und kranken oder verendeten Fischen. Bei Wiederansiedlungsprojekten kommt es auf eine hinreichend große Population mit ausreichender genetischer Varianz an. Die vorgenommenen Ansiedlungen sollen über einen Zeitraum von 3 Jahren wiederholt werden, wobei Kontrollfänge einen Erfolg des Projektes belegen sollen.

Zunächst wurden an mehreren Stellen auf einer Uferlänge von ca. 180 Meter im Nordosten des Sees 900 Sömmerlinge (aus Juni 2018) und 320 2-sömmerige Krebse besetzt. Erste Weibchen waren bereits befruchtet, so dass eine eigene erste Reproduktion im kommenden Frühjahr möglich ist.

Datum: 13.11.2018